Wort der in der Ökumene verbundenen Kirchen und christlichen Gemeinschaften zu Ostern

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Gemeindeglieder in Langenau, Albeck, Göttingen und Hörvelsingen!

„Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!“ – diese kurzgefasste, freudige Osterbotschaft rufen wir uns in den Ostergottesdiensten zu. Dieses Jahr allerdings ist es anders. Eine Pandemie kennt keine Feiertage. Die strikten Kontaktbeschränkungen gelten darum auch über das Osterfest hinweg.

Kein Osterfeuer, keine Osternacht, kein Osterfrühstück, keine Bläserklänge zur Auferstehungsfeier auf dem Friedhof bei aufgehender Sonne, keine Ostergottesdienste – ja, aber dennoch wird es auch in diesem Jahr 2020 Ostern. Die Glocken unserer Kirchen werden zu den Festgottesdienst-Zeiten läuten. Über Fernsehen und Internet wird die Osterbotschaft verbreitet.

Auch mit diesem gemeinsamen, gedruckten Osterwort erinnern wir an die Ostergeschichte im Neuen Testament. Sie beginnt nicht mit einem Jubelruf und Fanfarenstoß. Sie beginnt verhalten. Maria Magdalena und die andere Maria, so überliefert es der Evangelist Matthäus (Kapitel 28, Verse 1-10), machen sich in der Morgenfrühe auf zum Grab Jesu. Sie sind zutiefst aufgewühlt von den Ereignissen der zurückliegenden Tage, die alles aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Der gewaltsame Tod Jesu am Kreuz, für sie immer noch unfassbar. Mit ihrer Trauer um Jesus und mit ihren Sorgen, wie es für sie nun weitergehen soll, sind sie unterwegs zum Grab.

So fängt Ostern an. Mit viel Raum auch für all das, was uns seit Wochen aufwühlt und aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Unsere Sorgen haben Platz in der Ostergeschichte. Die Sorge: „Ich wurde positiv getestet - werde ich es gut überstehen?“ Und die andere Sorge: „Komme ich um eine Ansteckung herum?“ Und dazu die Sorgen, wie es persönlich und wirtschaftlich weitergehen wird.

Mitten in die Sorgen hinein trifft die Osterbotschaft - heute wie damals. Die Frauen damals werden aus ihren sorgenvollen Gedankenkreisen gerissen, als sie am Grab die Worte des Engels hören: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten sucht. Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“ Die Frauen beginnen, die Botschaft von Jesu Auferstehung zu verbreiten. Sie zieht immer weitere Kreise. Sie wird weitergegeben von Generation zu Generation – durch alle Erfolgs- und alle Krisenzeiten hindurch trifft sie auf Vertrauen, auf Glauben. Auferstehungsglaube ist die Zuversicht, dass der Tod eben nicht das letzte Wort hat. Der Glaube an den auferstandenen Christus gibt die Kraft und den langen Atem, gegen all das zu kämpfen, was den Todesmächten dieser Welt Raum geben will: gegen Hass und Gewalt, gegen Ungerechtigkeit und Willkür. Der Glaube an den auferstandenen Christus gibt Rückenstärkung, dass wir nicht deprimiert und mit gesenktem Kopf unsere Wege ziehen müssen. Gerade die Verheißung, dass Leben bei Gott nicht mit dem Tod endet, stärkt und verpflichtet dazu, auf der Erde für das Leben einzutreten – auch in diesen Tagen 2020, mit unserer kleinen Kraft, mit unserer geschärften Achtsamkeit füreinander, im Vertrauen auf den auferstandenen Christus.

Beachten Sie bitte in den Rubriken unter den einzelnen Gemeinden die Hinweise, welche speziellen – kontaktlosen – Osterangebote vorbereitet wurden. Und wenn Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Gemeindeglieder, einen seelsorgerlichen Kontakt wünschen oder das Gespräch suchen – sind Sie so frei, rufen Sie Ihre Pfarrerin, Ihren Pfarrer, Ihre Pastoralreferentin, Ihren Pastor oder Diakon an.

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen allen gesegnete Osterfeiertage.

Bleiben Sie von Gott behütet!

Ihre Pfarrer Dr. Martin Hauff, Pfarrerin Rebekka Herminghaus, Pfarrerin Mechthild Martzy, Vikarin Barbara Weißenstein, Pfarrerin Irmtraud Ahlers, Vikarin Almuth Kummer, Pfarrer Dr. Andreas Hoffmann-Richter;
Pfarrer Claus Stoll, Pastoralreferentin Corina Müller, Diakon Bernhard Gans, Diakon Johannes Steck; Pastor Thomas de Jong; Gemeinschaftspastor Winfried Steinacker