Freitag, 8. März 2020 - Weltgebetstag

Die Liturgie wurde von Frauen aus Simbabwe mit dem Motto "Steh auf und geh" verfasst.

Am 6. März 2020 machten sich rund 70 Frauen und auch einige Männer auf in die katholische Kirche "Mater Dolorosa" um den Weltgebetstag zu feiern.
Die Liturgie wurde von Frauen aus Simbabwe mit dem Motto "Steh auf und geh" verfasst.
Simbabwe liegt im südlichen Afrika; auf rund 390.000 km² leben 14 Mio. Menschen; 3 Mio. leben im Ausland.
Die meisten Bürgerinnen und Bürger leben auf dem Land als Selbstversorger. Die Regierung hat es versäumt, die enteigneten Großfarmen gerecht zu verteilen. Die Entwicklung einer auskömmlichen kleinbäuerlichen Landwirtschaft wurde vernachlässigt. Die einstige "Kornkammer" muss heute Lebensmittel einführen. Korruption und jahrzehntelange Misswirtschaft hat das rohstoffreiche Land ruiniert. Drei Viertel der Bevölkerung gilt als arm, ca. 20 Prozent sehr arm.
Viele Bürgerinnen und Bürger erhalten Überweisungen von Verwandten aus dem Ausland und können sich damit über Wasser halten.
Simbabwe ist ein christliches Land. Manche Konfessionen wurden von europäischen Missionaren gegründet, andere sind afrikanischen Ursprungs.
Nach 37 Jahren im Amt wurde Robert Mugabe zum Rücktritt gezwungen. Sein Nachfolger wurde sein Vertrauter Emmerson Mnangagwa, der im Sommer 2018 in einer umstrittenen Wahl bestätigt wurde. Dieser Mann ist verdächtig, an politischen Morden beteiligt gewesen zu sein, für die er nie zur Rechenschaft gezogen wurde.
Die Hoffnung auf eine frohe Zukunft wollten die Frauen in dem Bild zum Weltgebetstag sehen: aus der fernen Vergangenheit und aus den dunklen Tagen der jüngeren Geschichte können Alte und Junge gemeinsam in die Zukunft aufbrechen. Freudig wird der neue Tag begrüßt, denn die Frauen wollen das Motto des Weltgebetstags für sich persönlich und ihr Land reklamieren: „Steh auf und geh!“
Gefeiert wurde ein eindrucksvoller Gottesdienst umrahmt von der Gruppe Queerbeet und der Trommelgruppe.
Eine Großmutter saß auf der Freundschaftsbank und hörte sich die Sorgen und Nöte von 4 Frauen an.  Anhand von Briefen wurden die Gedanken der Frauen aus Simbabwe zum Bibeltext Johannes 5, 2-9a dargelegt.
Beim anschließenden Beisammensein im katholischen Gemeindehaus wurden Unterschriften gesammelt, wodurch die Bundesregierung aufgefordert wird, im Rahmen ihres Schuldenumwandlungsprogramms Simbabwe Schulden zu erlassen, sofern die frei werdenden  Mittel für Frauen- und Gesundheitsprogramme bereitgestellt werden.
Der Abend klang mit einem gemeinsam gesungenen und getanzten Segenslied aus.