Erntedank 2020

„Es hat so gutgetan, nach langer Zeit wieder einen Festgottesdienst zu erleben, der fürs Herz war, bewegend, berührend, stärkend.“

Erntedank 2020 - ein bunter Strauß von Festgottesdiensten

Erstmals war für den Gottesdienstbesuch ein Ticket erforderlich – Kirchengemeinderat, Gemeindebüro und Mesner Christoph Dähmlow hatten intensiv überlegt, wie es gelingen kann, allen, die am Erntedankfest den Gottesdienst besuchen wollen, dies auch zu ermöglichen. Die Lösung bestand darin, dass in den Tagen vor Erntedank für jeden der insgesamt fünf Gottesdienste in der Martins- und in der Leonhardskirche Tickets ausgegeben wurden, um dadurch die begrenzte Platzzahl in den Kirchen nicht zu überschreiten und Besuchern die Gewissheit zu geben, dass zu einer bestimmten Zeit für sie ein Platz reserviert ist. Dieses Angebot wurde gerne und zahlreich angenommen.

Bereits freitags waren von den Landfrauen die Erntedank-Altäre geschmückt worden: in der Leonhardskirche am gewohnten Platz, in der Martinskirche erstmals am Mittelaltar um den Kanzelengel herum, um im Chor Raum genug für die Bläserinnen und Bläser des Posaunenchors zu haben.

Der Erntedanktag wurde eröffnet mit einem Gottesdienst um 9 Uhr in der Leonhardskirche, in dem Pfarrerin Mechthild Martzy den Predigttext von der Speisung der Viertausend auslegte und Kirchenmusiker Conrad Schütze in Orgelstücken und Choralbegleitungen die Freude des Erntedankfestes erstrahlen ließ.

Den Gottesdienst in der Martinskirche um 10 Uhr eröffnete der Posaunenchor Langenau unter Leitung von Michael Egetenmeyer; zum Vorspiel zogen die Landfrauen in Tracht ein. Gemeindepraktikantin Diana Iser übernahm die Eingangsliturgie. Pfarrer Dr. Martin Hauff stellte in seiner Predigt über die Speisung der Viertausend als zentrales Moment das Dankgebet Jesu für die sieben Brote heraus, von dem Bewegung ausgeht: das Danken führt weiter zum Austeilen, zum Denken an andere; und es führt zu einem achtsamen Umgang mit den anvertrauten Schöpfungsgaben – die restlichen Brocken werden nicht weggeworfen, sondern in sieben Körben wieder eingesammelt. Das Fürbittengebet hatten Vertreter des Landwirtschaftlichen Ortsvereins und der Landfrauen zusammen mit dem Pfarrer vorbesprochen und trugen es nun im Gottesdienst vor. Posaunenchor und Orgel wechselten bei der Liedbegleitung ab, ehe der Posaunenchor mit der Liedbearbeitung: „Lobe den Herrn, meine Seele“ den Gottesdienst abrundete.

Um 11.30 Uhr läuteten die Glocken zum nächsten Gottesdienst, der von Conrad Schütze mit dem fulminanten Präludium G-Dur von Johann Sebastian Bach an der Orgel eröffnet wurde, den Wortteil teilten sich Pfarrer Hauff und Gemeindepraktikantin Iser.

Ein Anspiel der Kinderkirch-Mitarbeitenden zur Gestalt des Franziskus stand im Mittelpunkt des Familiengottesdiensts, zu dem auf 16 Uhr in die Martinskirche eingeladen wurde und zu dem sich zahlreiche Familien im Kirchenraum versammelt hatten. Vikarin Barbara Weißenstein zeichnete in ihrer Ansprache den Weg des Franziskus und vor allem seines Sonnengesangs nach, der als Lob der Schöpfung vertont wurde und Eingang in die Gesangbücher fand. Ein Bewegungslied und das Vaterunser mit Bewegungen waren Elemente, die auch die Kleineren gut und gerne mitmachten.

Zahlreiche Gottesdienstbesucher nutzten die Gelegenheit, Erntedank als Abendgottesdienst zu feiern. Um 18 Uhr riefen die Glocken noch einmal die Gemeinde in die Martinskirche. Alle Gruppen, die bereits um 10 Uhr am Gottesdienst beteiligt waren, waren, z.T. in anderer Besetzung, noch einmal vertreten. Viele ließen anschließend den Erntedankaltar in der Mitte der Martinskirche auf sich wirken und fanden lobende Worte, so wie jene Gottesdienstbesucherin, die äußerte: „Es hat so gutgetan, nach langer Zeit wieder einen Festgottesdienst zu erleben, der fürs Herz war, bewegend, berührend, stärkend.“

    

Erntedank in Wettingen


Weil die Cyriakus-Kirche die ca. 30 Besucherinnen und Besucher mit Corona-Abstand nicht gefasst hätte, fand der Gottesdienst zum Erntedank in diesem Jahr draußen vor der Kirche statt, auch da erntedankmäßig geschmückt durch die Mesnerin Monika Breitinger-Keßler und musikalisch von Cornelia Mutschler-Hauff an der Orgel begleitet.

Wie schauen wir auf unser Leben? Fixieren wir uns auf das, was nicht geht, was wir nicht haben? Dann werden wir wie die Jünger Jesu feststellen: „Es reicht nie!“

Doch wenn wir uns von Jesus den Blick wenden lassen, werden wir viele Ernte-Dank-Erfahrungen in unserem Leben machen, so Pfarrerin Martzy in ihrer Predigt über die Speisung der 4000 (Markus 8).