3. November 2019 - Hubertusmesse in der Martinskirche

Mit einem feierlichen Einzug zweier Jagdhornbläser-Gruppen begann die Hubertusmesse, die erstmals in der Martinskirche Langenau gefeiert wurde. Der Heilige Hubertus, dessen Gedenktag der 3. November ist, war vor 1.300 Jahren zunächst ein wilder ungestümer Jäger in den Ardennen im heutigen südlichen Belgien, kam durch eine Kreuzes-Erscheinung zum christlichen Glauben und wurde schließlich Bischof von Maastricht und Lüttich. Er gilt als Patron der Jäger, Forstleute und Schützengilden. Mit Bezug auf diesen Schutzpatron wird die Hubertusmesse gefeiert, deren Ursprünge bis weit ins Mittelalter zurückgehen.

Die Martinskirche war feierlich geschmückt mit Nadel- und Laubbäumen sowie präparierten Wildtieren. Unter dem Chorbogen stand ein Hirschgeweih mit einem Kreuz zwischen den Hirschstangen, das an das Widerfahrnis des Hubertus an einem Karfreitag erinnert, an dem er einem kapitalen Hirsch auf der Fährte ist, mit seinem Bogen schon auf das Tier zielt – und in jenem Moment das strahlende Kreuz zwischen den Geweihstangen sieht, Anstoß für Hubertus zu innerer und äußerer Umkehr und zur Bereitschaft, sich in den Dienst dessen zu stellen, für den das Kreuz steht: Jesus Christus.

Die Jagdhornbläserkameradschaft Eningen unter Achalm unter Leitung von Chefdirigent, Kapellmeister und Hornist Martin Künstner und die Jagdhornbläser der Jägervereinigung Ulm unter Leitung von Horst Müller sowie Kirchenmusiker Conrad Schütze an der Orgel brachten die einzelnen Stücke der Messe zu Gehör – das Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei.
Den evangelischen Württembergern sind diese Stücke der Spur nach vertraut – feiern wir doch seit einigen Jahren gelegentlich den Gottesdienst in Form der „Deutschen Messe“, einer von Martin Luther überarbeiteten jahrhundertealten Gottesdienstform. Zum besseren Verständnis gab es jeweils kurze einleitende Erläuterungen von Pfarrer Dr. Martin Hauff.
Der Predigt legte Pfarrer Hauff den Schöpfungspsalm 104 und die Heiligenlegende des Hubertus zugrunde. (hier nachzulesen) Gegen alle Resignation riefen uns Hubertus mit seinem Lebensbeispiel und der 104. Psalm zum Dank für die Wunder und die Schönheit der Schöpfung auf; gerade aus solchem Dank aber erwachse Verantwortung für den Erhalt von Gottes Schöpfung. Insofern habe die jahrhundertealte Tradition der Hubertusmesse zu Ehren einer maßvollen Jagd und eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur in der heutigen Zeit nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.
Der Messform entsprechend wurde nach der Predigt das Abendmahl in Form der Wandelkommunion gefeiert, begleitet vom „Gebet der Jäger“ (Prière des Chasseurs), das die Jagdhornbläser spielten.
Dr. Hans Miesner (Ballendorf) von der Jägervereinigung Ulm und Winfried Schupp (Bad Urach-Wittlingen) von den Jagdhornbläsern Eningen sprachen Dankesworte, ehe beide Bläsergruppen mit jeweils einem Marsch noch einmal stimmungsvoll ihr Können zeigten.