Pressebericht "Langenau Aktuell"

Langenau Aktuell vom 1.10.2009

Pressebericht "Südwestpresse"

SWP vom 1.10.2009

19. September 2009: Warum eine neue Orgel? - Info-Abend über geplanten Martinskirchen-Orgelneubau

„Es ist höchste Zeit, dass in der Orgelfrage gehandelt wird. Vor größeren Investitionen in dieses Instrument rate ich ab, weil damit das Orgelproblem höchstens einige Jahre verschoben wird. Lediglich unaufschiebbare, funktionserhaltende Maßnahmen sollten noch ausgeführt werden.“ So klar und eindeutig ist die Beurteilung des landeskirchlichen Orgelsachverständigen Gerhard Klumpp, an die am Informationsabend über den geplanten Martinskirchen-Orgelneubau am Samstag, 19. September, erinnert wurde. Geschichtlicher Überblick, Zustand des jetzigen Instruments und Ausblick auf das Orgelneubauprojekt – diesen Dreischritt unternahmen Dipl.-Kirchenmusiker und Orgelbauer Hans-Martin Braunwarth, Kantor Conrad Schütze und Pfarrer Dr. Martin Hauff vor der mit 60 Interessierten gut besuchten Informationsveranstaltung. Eine Fotodokumentation des Orgel-Inneren von Hans-Martin Braunwarth offenbarte erschreckende Blicke auf verschlissene Bauteile, unzeitgemäße Elektrik, deformierte Pfeifen und starke Verschmutzung des Orgelinneren, die von Putzbrocken aus der Westwand über Steine aus der Decke bis hin zu Vogel- und Mauskot reicht. Kantor Conrad Schütze untermauerte die Schwächen der Orgel durch ein eindrucksvolles Mängeltagebuch, das von Heulern bis zum Komplettausfall eines ganzen Manuals erzählte. Schütze skizzierte Umfang und Art der dringend erforderlichen neuen Orgel und bezog sich dabei auf den Rat des Klumppschen Gutachtens Von der Größe her, so Schütze, soll das neue Instrument in etwa dem alten entsprechen, also drei Manuale und ungefähr die gleiche Registerzahl haben. Von der stilistischen Ausrichtung her sollte sie in der Lage sein, die gesamte Orgelliteratur aus vier Jahrhunderten sinnvoll darzustellen. Die Kosten für das neue Instrument seien auf rund 400.000 € anzusetzen, die ausschließlich aus Opfern und Spenden aufzubringen sind. Rund ein Viertel der für den Orgelneubau benötigten Summe, so Schütze, ist durch Aktionen, Einzelspenden und Eigenmittel der Kirchengemeinde bereits vorhanden. Um die Gesamtkosten aufzubringen, so Dr. Hauff, bedarf das Orgelprojekt einer breiten Vernetzung und Akzeptanz in Stadt und Umland. Es müsse gelingen, eine Welle der Begeisterung in Gang zu bringen, die den Orgelneubau ideell und finanziell unterstützt. Die Plattform für die Orgelbegeisterung muss von drei Säulen getragen werden: einem Kuratorium – dieses wurde in Umrissen skizziert -, einem Förderverein und einem Fachausschuss – dieses wurde von den Verantwortlichen als Résumée der Nachgespräche mitgenommen. Wenn bis Sommer nächsten Jahres das Spendenbarometer die Marke von 200.000 €, also die Hälfte der veranschlagten Kosten, erreichen würde, könnten Genehmigungsverfahren und Auftragsvergabe in Gang gebracht werden. Dann wäre der 1. Advent 2012 ein realisierbares Datum, an dem zu Beginn des neuen Kirchenjahres die neue Orgel festlich eingeweiht werden könnte.