7. Mai 2018 - Gemeinde-Information zum Pfarrplan 2024

Gemeinde-Information zum Pfarrplan 2024

Am Freitag, 13. April, hat die Bezirkssynode den „Pfarrplan 2024“ beschlossen, d.h. den Abbau von Pfarrstellen im Kirchenbezirk Ulm bis zum Jahr 2024. Der Kirchenbezirk Ulm muss insgesamt 3,5 Pfarrstellen abgeben. Die Kirchengemeinde Langenau ist direkt davon betroffen – eine von drei Stellen wird bis spätestens 31.12.2024 wegfallen (genauer: 75%; 25% sind landeskirchlicher Diakonie-Anteil, der künftig mit der Pfarrstelle Göttingen-Albeck verbunden wird).

Am Gemeinde-Informations-Abend ging es darum aufzuzeigen, warum die Evangelische Landeskirche in Württemberg Pfarrpläne erstellt, was das konkret für unsere Region und unsere Kirchengemeinde heißt und welche Botschaften von der Kirchengemeinde-Basis an die verantwortlichen Entscheidungs-Gremien weitergegeben werden sollen.
Pfarrer Martin Hauff zeigte die Grundgedanken auf, die hinter den landeskirchlichen Pfarrplänen stecken: Die Landeskirche muss einerseits zur Kenntnis nehmen, dass die Zahl der Evangelischen infolge der demografischen Entwicklung, aber auch infolge von Austritten zurückgeht (hatte die Evangelische Landeskirche in Württemberg in den 1990er Jahren noch gut 2,5 Millionen Mitglieder, so waren es zum 31.12.2016 noch 2,054 Millionen Mitglieder); zudem ist der Nachwuchs an Pfarrern und Pfarrerinnen stark zurückgegangen, ab 2020 aber wird es eine große Pensionierungswelle geben. Die Landeskirche will andererseits eine Verlässlichkeit in der pfarramtlichen Versorgung, d.h. verlässliche Arbeitgeberin auch bei schwankendem Kirchensteueraufkommen sein, und zugleich die vorhandenen Pfarrer/innen gerecht in der gesamten Fläche der Landeskirche verteilen.

Daraus resultiert das Instrument des Pfarrplans, 2006 erstmalig eingesetzt, dann 2011, 2018 und 2024 neu aufgelegt. Das Personaldezernat des Oberkirchenrats legt für die jeweils anstehende Pfarrplanrunde Kürzungszahlen fest, und zwar für jeden der 51 Kirchenbezirke je nach dessen demografischer Entwicklung. So muss in der Pfarrplanrunde 2024 der Kirchenbezirk Bad Cannstatt 25% seiner Pfarrstellen einsparen, unser Kirchenbezirk Ulm 9,9%, d.h. 3,5 Stellen. Die Landessynode als das gesetzgebende Organ unserer Landeskirche hat diese Zahlen in ihrer Sitzung vom 18. März 2017 beschlossen. Daraufhin wurden die Kirchenbezirke aufgefordert, ein bezirkliches Stellenverteilungskonzept zu erarbeiten. In unserem Ulmer Kirchenbezirk hat ein vom Kirchenbezirksausschuss eingesetzter Pfarrplan-Ausschuss die Kürzungsvorschläge erarbeitet. Dekan Gohl und Dr. Freudenmann, die Vorsitzenden des Kirchenbezirksausschusses und der Bezirkssynode, sind daraufhin in die einzelnen Distrikte des Kirchenbezirks, aber auch in die Kirchengemeinderatsgremien jeder Gemeinde gereist und haben die Kürzungen vorgestellt und Änderungsvorschläge mitgenommen.

Nachdem in der Pfarrplanrunde 2018 Langenau seine drei Stellen noch halten konnte -  allerdings mit der Verpflichtung, in den umliegenden Dörfern verbindlich Predigtdienste zu übernehmen - wurde für die aktuelle Pfarrplanrunde die Kürzung in Langenau unvermeidlich. In den Gesprächen konnte erreicht werden, dass die Seelsorge komplett von den zwei in Langenau verbleibenden Pfarrstellen-Inhabern versehen wird, der 25%-Landeskirchen-Diakonie-Anteil (u.a. Krankenhaus, Sonnenhof, Tagespflege) als klar definierbarer Dienstauftrag künftig mit der Pfarrstelle Göttingen-Albeck verbunden wird. Die Bezirkssynode hat in ihrer Sitzung vom 13. April 2018 den Pfarrplan verbindlich beschlossen. Damit steht die Aufgabe im Raum, mittelfristig an einer Struktur zu arbeiten, wie spätestens ab 2024 zwei Pfarrpersonen die Aufgaben in Langenau in Kooperation mit der Pfarrperson in Göttingen-Albeck, die den Diakonieschwerpunkt übernimmt, bewältigen können.

Eine lebhafte Diskussions- und Austauschrunde schloss sich an. Grundtenor war, den Entscheidungs-Gremien deutlich rückzumelden, wie entscheidend der Dienst der Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer für die persönliche Bindung zur Kirche ist, und dass alles daran zu setzen ist, auch unter veränderten Rahmenbedingungen in unserer Landeskirche so viele Pfarrstellen als möglich in der Fläche zu erhalten.