24. Juni 2018 - Erntebitt-Gottesdienst im Gemeindegarten

Wachsen und Gedeihen der Saat liegen in der Hand Gottes.

Der dank des Einsatzes unserer Kirchengemeinderäte Eugen Kreiß und Kirsten von Thun wunderschön gepflegte Gemeindegarten und ein angenehmer, trockener Sommersonntagmorgen – das war ein würdiger und passender Rahmen für den Erntebittgottesdienst.
Die Bläserinnen und Bläser des Posaunenchors unter Leitung von Hans-Jörg Häge und die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors unter Leitung von Conrad Schütze setzten einen starken musikalischen Akzent und unterstützten darüber hinaus die Gemeinde beim Singen der Erntebitt- und Schöpfungslieder.
Vertreter des landwirtschaftlichen Ortsvereins Langenau machten in einem Anspiel die bleibende Bedeutung der Erntebittgottesdienste deutlich. Die Landfrauen hatten für wunderbaren Altarschmuck gesorgt und bedachten in einer Sprechmotette das Thema des Erntebitt-Gottesdienstes: „Gott spricht: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“
Pfarrer Dr. Martin Hauff erinnerte in seiner Predigt daran, dass die Erntebittgottesdienste auf einen Erlass des württembergischen Königs Wilhelm I. zurückgehen, der im Hungerjahr 1817 alle Pfarrer in Württemberg angewiesen hat, Erntebittgottesdienste und -stunden zu halten – im Wissen, dass Hunger rebellisch macht, aber auch im Wissen darum, dass Wachsen und Gedeihen der Saat in einer anderen Hand als seiner königlichen liegen. Seit 200 Jahren, bis heute, vergewissern uns die Erntebittgottesdienste, dass der Segen, den Gott in seine Schöpfung gelegt hat, nicht aufhört. Bis heute mahnen die Erntebittgottesdienste zugleich, pfleglich mit der Schöpfung umzugehen, uns nicht auf die Haltung „Nach uns die Sintflut!“ zurückzuziehen, sondern der Frage zu stellen, wieweit wir bereit sind, unseren Lebensstandard auf ein dem Planeten zumutbares Maß zu reduzieren.
Mit dem Bläsernachspiel „Leben aus der Quelle“ wurde ein bunter und stärkender Gottesdienst klangvoll abgerundet.