2.-4. Februar 2018 - Kirchengemeinderatsklausur im Kloster Heiligkreuztal

Das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster Heiligkreuztal unweit von Riedlingen war Tagungsort

der diesjährigen Kirchengemeinderatsklausur.

Ein erster Themenkomplex, mit dem sich die Kirchengemeinderats-Mitglieder auseinandersetzten, war ausgehend von Kirchenaustritten die Frage nach Verbundenheit und Distanzierung von Kirchenmitgliedern. In einem fundierten Referat zeigte Pfarrerin Herminghaus auf, wie im Lauf der Geschichte ab dem 17. Jahrhundert ein Entfremdungsprozess zwischen Kirche und Gesellschaft einsetzt. Großen individuellen Freiheiten im 21. Jahrhundert, für die wir dankbar sind, steht ein weltanschaulich-religiöser Pluralismus gegenüber, in dem Kirche ein Anbieter unter vielen geworden ist. Lebhaft wurde diskutiert, wie Freude an und Verbundenheit mit Kirche als Ort der Weitergabe lebendigen Glaubens gestärkt werden könne.

Pfarrer Professor Bernhard Leube (Hochschule für Kirchenmusik Tübingen und Amt für Kirchenmusik beim Oberkirchenrat) zeigte informativ und kurzweilig die Geschichte des Gottesdienstes überhaupt und des württembergischen Gottesdienstes im Besonderen auf. Mit vielen praktischen Sing-Einheiten führte er zu Schätzen des Evangelischen Gesangbuchs und neuen Einsatzmöglichkeiten. Außerdem gab er einen Ausblick auf die neue Wochenlieder-Liste, die künftig für jeden Sonntag neben einem traditionellen Lied ein weiteres aus der neuesten Zeit enthält.

Pfarrer Monsignore Heinrich-Maria Burkard erschloss den Kirchengemeinderätinnen und -räten in einer sehr ansprechenden Kirchenführung die Kunstwerke des Heiligkreuztaler Münsters und ihre geistlich-theologische Bedeutung. Das Heiligkreuztaler Münster ist eine sog. Simultankirche; die ehemalige Nonnen-Empore wird für evangelische Gottesdienste genutzt.

Im nahe gelegenen Ort Pflummern, einer seit der Reformationszeit bestehenden evangelischen Gemeinde im sonst weitgehend katholischen Oberschwaben, besuchten die Kirchengemeinderätinnen und -räte den Gottesdienst, durch den Gemeindepfarrerin Gudrun Berner führte. Kirchenpfleger Rudolf Hungerbühler führte in die Geschichte der Gemeinde Pflummern ein und erläuterte insbesondere das eindrucksvolle Wandbild an der Ostwand der Kirche, auf dem Christus in seiner himmlischen Machtstellung dargestellt ist. Sowohl Unfriede und Zerstörung auf Erden, als auch der Ausblick auf das himmlische Jerusalem sind Teil der künstlerischen Ausgestaltung durch Prof. Yelin.