13. Januar 2019 - Neujahrsempfang

Der 1. Sonntag nach dem Erscheinungsfest ist der traditionelle Termin für den Neujahrsempfang der Evangelischen Kirchengemeinde.

In der Martinskirche versammelten sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher zum Gottesdienst, den die Bläserinnen und Bläser des Posaunenchors unter Leitung von Hans-Jörg Häge und Michael Egetenmeyer sowie Conrad Schütze an der Orgel musikalisch gestalteten. Neben ansprechenden Instrumentalstücken und Choralbegleitungen sangen und spielten die Bläser auch die neue Jahreslosung: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ An das gesungene Jahreslosungswort konnte Pfarrerin Mechthild Martzy in ihrer Predigt anknüpfen: Das biblische Wort für Friede, Schalom, ziele auf den Zustand, in dem alle Gerechtigkeit erfahren – jede an ihrem und jeder an seinem Platz könne dazu beitragen. Pfarrerin Martzy erinnerte an Margot Käßmann, die in ihrer Neujahrspredigt 2010 deutlich gemacht habe, dass mit Waffen kein Friede zu erreichen sei und damals eine breite Debatte ausgelöst habe. Und die Predigerin zeigte auf, dass Menschen befreiter und gelöster zum Frieden in ihrem Umfeld beitragen könnten, wenn sie mit Grenzerfahrungen und Misslungenem in der eigenen Biografie nach einem Prozess innerer Auseinandersetzung Frieden geschlossen hätten. Pfarrerin Herminghaus und Pfarrer Hauff teilten sich die liturgischen Abschnitte, und Conrad Schütze rundete den Gottesdienst ab mit einem fulminanten Orgelvortrag von Sigfrid Karg-Elert, „Nun danket alle Gott“.

Im Gemeindehaus eröffnete ein Bläserquintett unter Leitung von Hans-Jörg Häge den Empfang und begleitete ihn mit weiteren Stücken. Kirchengemeinderatsvorsitzender Eugen Kreiß begrüßte die Anwesenden aus Vereinen, Kirchen, Schulen, Institutionen, Gemeinderat und Verwaltung, aus den Diakonischen Einrichtungen, aus Landessynode und Politik. Architekt Paul Horn skizzierte Grundgedanken und Grundentscheidungen, die für den Umbau leitend waren. Anschließend dankten Pfarrer Hauff und Kirchenpfleger Schütze dem Architekten und den Handwerkern mit einer symbolischen Flasche Orgelwein für die qualitätvolle Durchführung der Umbaumaßnahmen. Ebenso wurde der Kirchlichen Verwaltungsstelle und den Spenderinnen und Spendern gedankt. Die Kirchengemeinderätinnen und -räte, insbesondere die Damen und Herren des Bauausschusses, wurden eigens bedankt für all die Kraft, Ideen, Herzblut und Emotionen, die sie in den zurückliegenden vier Jahren in den Umbau gesteckt haben. Dem Hausmeister, Christoph Dähmlow, wurde Dank und Anerkennung gezollt für das gute Management zwischen Handwerkern und den laufenden Veranstaltungen im Gemeindehaus, die auch während des Umbaus nahezu vollumfänglich hatten stattfinden können. Mit dem Erheben der Gläser wurde das sanierte Gemeindehaus offiziell in Dienst genommen.

In seiner Neujahrsrede griff Pfarrer Dr. Martin Hauff das Bild vom Umbau auf. Der Gemeindehausumbau, den wir im vergangenen Jahr real erlebt haben, so der Pfarrer, ist zugleich ein Sinnbild für unser Gemeinwesen. Damit gut am Haus des Gemeinwesens weitergebaut werde, gelte es, die ursprünglich Bauidee im Blick zu behalten: dass alle Akteure im Gemeinwesen gut und rücksichtsvoll zusammenarbeiten zum Wohl des Ganzen. Es gelte, auf ein stabiles gemeinsames Fundament zu achten: Offenheit, Toleranz, Respekt. Und es gelte, das Gemeinwesen zu stärken und fit zu machen für die Erfordernisse der Gegenwart und der absehbaren Zukunft: mutige Schritte zu gehen, die den Zusammenhalt im Gemeinwesen fördern. Zusammenhalt aber erwächst aus der Erfahrung des Gehaltenseins, und diese Erfahrung wiederum kann die Kirche als ihren Beitrag für eine funktionierende Gesellschaft einbringen. Ein Rückblick auf verschiedene Aktivitäten in den einzelnen Räumen unseres Gemeinwesens Langenau im zurückliegenden Jahr und ein Ausblick auf das eben begonnene 2019 mit dem 70. Geburtstag des Grundgesetzes und den anstehenden Wahlen (Kommunalwahl, Europawahl, Kirchengemeinderatswahl) rundeten die Rede ab. Anschließend nutzten viele die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und Begegnungen.